Zugänglichkeit als Motor für die Demokratisierung von Elektrofahrzeugen
Ein Wendepunkt in der Erschwinglichkeit
Früher war die Anschaffung von Elektrofahrzeugen in Europa mit erheblichen Investitionen verbunden. Diese finanzielle Hürde war das Haupthindernis für die breite Einführung von Elektromobilität.
Das Jahr 2025 markiert einen entscheidenden Bruch in dieser Dynamik. Die Markteinführung von Modellen, die unter der symbolischen Grenze von 25.000 Euro erschwinglich sind, verändert die wirtschaftliche Gleichung radikal. Es entstehen neue Fahrzeuge wie der Citroën ë-C3Die Renault Twingo E-Tech oder die Dacia Spring. Diese Modelle machen Elektroautos für die Mittelschicht erschwinglich. Und diese Preisdemokratisierung geht nicht auf Kosten der Qualität! Die neuen Modelle bieten Akkulaufzeiten, die bei weitem ausreichen, um den täglichen Bedarf der meisten Nutzer zu decken.
Dieser Preisrückgang ist auf mehrere konvergierende Faktoren zurückzuführen:
- die allmähliche Senkung der Kosten für Batterien
- die Industrialisierung in großem Maßstab, die es den Herstellern ermöglicht, erhebliche Größenvorteile zu erzielen
- die Verschärfung des internationalen Wettbewerbs, insbesondere durch den massiven Markteintritt chinesischer Marken
- zahlreiche öffentliche Zuschüsse
Über den Kaufpreis hinaus ist der Gesamtbetriebskosten (TCO) wird zu einem wichtigen Verkaufsargument. Mit deutlich niedrigeren Stromkosten als fossile Kraftstoffe, geringeren Wartungskosten und vorteilhaften Steuerbefreiungen für Unternehmen erweist sich ein Elektrofahrzeug auf lange Sicht oft als wirtschaftlich.
Zahlen, die sprechen
Das Wachstum des europäischen Marktes für Elektrofahrzeuge schreitet langsam, aber stetig voran. Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen an den gesamten Autoverkäufen in Europa beträgt mittlerweile 17,34% - ein symbolischer Schwellenwert, der bestätigt, dass Elektrofahrzeuge in den Kaufgewohnheiten verankert sind. In einigen Ländern wie Norwegen liegt dieser Anteil sogar bei über 80%, was zeigt, dass ein massiver Übergang möglich ist, wenn die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben sind.
Die Analyse der Durchdringungsstatistiken nach Preissegmenten zeigt besonders aufschlussreiche Trends. Elektrofahrzeuge unter 25.000 Euro machen mittlerweile etwa 25 bis 30% des gesamten Verkaufs von Elektrofahrzeugen aus. Dieses Einstiegssegment erfasst eine neue Kundschaft, die bislang vom Elektromarkt ausgeschlossen war.
Das mittlere Segment zwischen 25.000 und 35.000 Euro macht mit etwa 40 bis 45% den größten Teil des Marktes aus. In diesem Bereich finden sich die Modelle mit dem ausgewogensten Preis-Leistungs-Verhältnis und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Autonomie.
Die Hersteller des Volkswagen-Konzerns dominieren nun den Verkauf von Elektrofahrzeugen in Europa. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 133.465 Einheiten abgesetzt, was einem spektakulären Anstieg von 78% in einem Jahr entspricht. Diese Leistung beruht auf einer modellübergreifenden Strategie, die alle Preissegmente vom Kompaktwagen über SUVs bis hin zur Großraumlimousine abdeckt.
Entschlüsselung der Verkaufszahlen: Wer kauft was und warum?
Panorama der Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen im September 2025
Die detaillierte Analyse zeigt eine sich neu formierende Landschaft. Die etablierten Hierarchien werden durch die Einführung neuer Modelle und den Aufstieg von Herstellern, die bislang nur am Rande vertreten waren, erschüttert. Das Tesla Model Y, das auf den Markt kam eine noch erschwinglichere Version vor kurzemIn der ersten Hälfte des Jahres 2025 behält das Land seinen ersten Platz. Dennoch geht diese Position mit einem Rückgang von 32,5% im Vergleich zum Vorjahr einher.
Wie wir oben gesehen haben, ist es Volkswagen, das nun den Vogel abschießt. Der Konzern dominiert mit 135.427 verkauften Elektrofahrzeugen deutlich. BMW hält sich mit 93 576 Einheiten auf dem dritten Platz. Skoda, mit seiner besonders erfolgreichen Preis-Volumen-Strategie, explodiert mit 70.947 Einheiten, während Renault mit 63.704 ausgelieferten Elektrofahrzeugen einen schönen Zuwachs von 58% verzeichnet.
Die Segmentierung nach Kategorien zeigt ausgeprägte Präferenzen der europäischen Verbraucher. SUVs dominieren weiterhin die Verkaufszahlen. Limousinen hingegen machen 25 bis 30% der Verkäufe aus. Stadtautos und kleine Crossover-Modelle schließlich nehmen etwa 15 bis 20% des Marktes ein. Dieser Anteil wird jedoch mit der Einführung neuer, erschwinglicher Modelle in diesem Segment voraussichtlich steigen.
Sich verändernde Motive für den Kauf von Elektrofahrzeugen
Der Wandel auf dem europäischen Markt für Elektrofahrzeuge beschränkt sich nicht auf die Verkaufszahlen. Auch das typische Profil des Käufers hat sich erheblich diversifiziert. Die Motivationen sind unterschiedlich, insbesondere mit dem Wunsch nach wirtschaftlicher Rationalität, der einen Bruch in der Wahrnehmung der Elektromobilität darstellt. Der Kaufpreis und die Gesamtbetriebskosten werden nun zu den entscheidenden Kriterien.
Diese Entwicklung lässt sich zum Teil durch den Eintritt einer neuen Generation von Käufern in den Markt erklären, die man als "Erstkäufer von Elektrofahrzeugen" bezeichnen könnte. Diese Verbraucher suchen in erster Linie nach einer wirtschaftlich tragfähigen und praktischen Mobilitätslösung für ihren täglichen Gebrauch. Sie legen Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, die tatsächliche Reichweite unter normalen Nutzungsbedingungen sowie die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Ladeinfrastrukturen.
Auch die Auswirkungen von Niedrigemissionsgebiete (Low Emission Zones - LEZ) Emissionen auf die Kaufmotive verschärft sich in Europa allmählich. Viele Großstädte verschärfen ihre Zugangsbeschränkungen für die umweltschädlichsten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dadurch wird die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs manchmal zu einer Notwendigkeit.
Die Unternehmensflotten ihrerseits wenden zunehmend strukturierte Entscheidungskriterien an. Die Gesamtbetriebskosten (TCO) über drei bis fünf Jahre sind das wichtigste Kriterium. In manchen Fällen stehen sie sogar über dem Markenimage oder der gesellschaftlichen Verantwortung. Die Elektrifizierung konzentriert sich in erster Linie auf Dienstfahrzeuge für den städtischen und regionalen Einsatz, wo die Betriebskosteneinsparungen am deutlichsten sind.
Renault und die europäischen Hersteller im Angesicht der Chinesen
Das massive Eindringen chinesischer Hersteller in den europäischen Markt für Elektrofahrzeuge ist wohl die bedeutendste Umwälzung der letzten Jahre. Chinesische Marken, die lange Zeit nur als Randfiguren wahrgenommen wurden, etablieren sich nun als ernsthafte, ja sogar furchterregende Konkurrenten für die etablierten europäischen Hersteller.
Die Zahlen belegen diesen spektakulären Aufstieg. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 verzeichneten chinesische Marken einen Rekordmarktanteil von 5,1% bei Elektrofahrzeugen in Europa. Ihr Volumen stieg innerhalb eines Jahres von 181.897 auf 347.135 Einheiten, was +91% entspricht. Im September 2025 erreichten die chinesischen Konzerne BYD, MG und Chery sogar einen Gesamtmarktanteil von 7,4% in Europa (alle Antriebsarten zusammengenommen), was einem Anstieg von 149% in einem Jahr entspricht. Damit übertreffen sie zum ersten Mal die koreanischen Hersteller Kia und Hyundai.
Angesichts dieser existenziellen Herausforderung bleiben die europäischen Autohersteller nicht untätig. Renault verkörpert diese strategische Antwort besonders gut. Der französische Hersteller hat seine Ambitionen angekündigt die Produktionskosten für seine Elektrofahrzeuge um 40% zu senken. Diese Strategie beruht auf vier Hauptachsen:
- Die drastische Vereinfachung der Fahrzeugarchitektur
- Die maximale Zusammenlegung von Plattformen zwischen Modellen
- Die Optimierung von Produktionsprozessen
- Strategische Verlagerung bestimmter Aktivitäten.
Der französische Hersteller etabliert sich als Marktführer für den europäischen Fortschritt ohne chinesische Marken. Er zeigt damit, dass eine wirksame Antwort auf die asiatische Konkurrenz möglich ist, ohne auf Rentabilität verzichten zu müssen.
Eine noch zu schwache Reaktion der Europäischen Union
Die chinesische Offensive findet vor dem Hintergrund industrieller Überkapazitäten statt. Die Hersteller versuchen, ihre Lagerbestände über Europa abzusetzen, dessen gesetzliche Anforderungen die Masseneinführung von Elektrofahrzeugen zunehmend vorantreiben. Angesichts dieser Bedrohung hat die Europäische Union vorläufige Zölle auf die Einfuhr von Elektrofahrzeugen aus China eingeführt.
Diese Maßnahmen dienen dem Schutz der europäischen Industrie, können den chinesischen Vormarsch jedoch vorerst nicht aufhalten. Sie verschaffen den europäischen Herstellern jedoch eine Atempause, um ihre Kostenstrukturen anzupassen und ihre Programme zur erschwinglichen Elektrifizierung zu beschleunigen.
Was das für professionelle Flotten bedeutet
Die Auswirkungen der Renault-Strategie auf die Fuhrparks
Die von Renault angekündigte Strategie, die Produktionskosten für Elektrofahrzeuge um 40% zu senken, ist eine Chance für Manager von Firmenflotten.
Die konkreten Folgen für Flottenmanager sind vielfältig :
- Die bessere Erschwinglichkeit lässt eine schnellere und breitere Elektrifizierung des Fahrzeugbestands erwarten.
- Die Vorhersehbarkeit der Kosten ist ein wichtiger strategischer Vorteil von Elektroflotten.
Die Antizipation von regulatorischen Verpflichtungen mit z. B. der EU-Richtlinie CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) das von großen börsennotierten Unternehmen und KMU verlangt, detaillierte Berichte über ihre Treibhausgasemissionen zu veröffentlichen.
Sie möchten verbringenelektrisch zu betreiben?
Beev bietet markenübergreifende Angebote für 100%-Elektrofahrzeuge zum besten Preis sowie Ladelösungen.
Eine beispiellose wirtschaftliche Chance
Der allgemeine Preisverfall bei Elektrofahrzeugen stellt eine historische Chance für Manager von Unternehmensflotten dar. Die sinkenden Anschaffungskosten in Verbindung mit der Optimierung der Gesamtbetriebskosten machen die Elektrifizierung nun in einem Großteil der Flottensegmente rentabel.
Der erste Hebel für diese Rentabilität sind die Betriebskosteneinsparungen. Die Energiekosten pro Kilometer, die auf Strom statt auf fossilen Brennstoffen basieren, bedeuten eine Einsparung von durchschnittlich 60 bis 70%.
Die Steuervorteile verstärken diese Rentabilitätsdifferenz noch. Die vollständige Befreiung von der Steuer auf Firmenfahrzeuge (Tax on Company Vehicles, TVS) für Elektrofahrzeuge stellt eine erhebliche Ersparnis dar. Die beschleunigte Abschreibung für Elektrofahrzeuge bietet ebenfalls einen erheblichen finanziellen Vorteil. Mit einer auf 30.000 Euro erhöhten Obergrenze gegenüber 18.300 Euro für Verbrennungsmotoren ist sie in Bezug auf den Cashflow und die Steueroptimierung sehr interessant. Unternehmen können die Anfangsinvestition schneller absetzen, indem sie ihre kurzfristige Steuerlast senken.
Bei der Berechnung der Investitionsrendite (ROI) müssen auch die vermiedenen Kosten für den Zugang zu Stadtzentren einbezogen werden. Mit der zunehmenden Zahl von Umweltzonen (Low Emission Zones, NEZ) werden selbst neuere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zunehmend eingeschränkt. Für Unternehmensflotten, die regelmäßig in die Stadt fahren, wird die Elektrifizierung zu einer betrieblichen Notwendigkeit.
Ein erweitertes Angebot, das auf Flotten zugeschnitten ist
Die Entwicklung des Angebots an Elektrofahrzeugen entspricht immer genauer den spezifischen Bedürfnissen von Unternehmensflotten. Es gibt immer mehr erschwingliche elektrische Nutzfahrzeuge, die den Bedürfnissen von Kleinst- und Mittelbetrieben, aber auch von Handwerkern und Dienstleistern entsprechen. Der Citroën e-Jumpy oder der Peugeot e-Partner sind Klassiker für diese Tätigkeitsbereiche. Sie bieten mittlerweile Reichweiten von 200 bis 230 Kilometern und kommen gleichzeitig für einen Umweltbonus speziell für Nutzfahrzeuge in Frage.
Für Fahrzeuge, die für kurze und vorhersehbare Fahrten gedacht sind, bieten Elektro-Citys die perfekte Lösung. Ihre niedrigen Anschaffungskosten, ihre Wendigkeit in der Stadt und ihre minimalen Betriebskosten machen sie zu besonders geeigneten Werkzeugen für die berufliche Mobilität.
Schlussfolgerung
Das Jahr 2025 wird in die Geschichte der europäischen Automobilindustrie als das Jahr eingehen, in dem der Preis zum eigentlichen Beschleuniger des Übergangs zu Elektrofahrzeugen wurde. Die allgemeine Senkung der Anschaffungskosten, die spektakuläre Erweiterung des Angebots in allen Segmenten und die kontinuierliche Verbesserung der Leistung verwandeln das Elektrofahrzeug in eine rationale und erschwingliche Mobilitätslösung.
Die Zahlen belegen diese Demokratisierung: Über eine Million zugelassene Elektrofahrzeuge im ersten Halbjahr und eine beispiellose Diversifizierung der Käuferprofile. Von der Mittelschicht bis zu professionellen Flotten, von Handwerkern bis zu großen Konzernen - Elektrofahrzeuge erobern nach und nach den gesamten europäischen Automobilmarkt.
Die Aussichten für 2025-2027 deuten auf eine Beschleunigung dieses Trends hin. Die Analysten rechnen mit einem weiteren Preisrückgang, der von Größenvorteilen, optimierten Produktionsprozessen und einem verschärften Wettbewerb angetrieben wird.
Für Gewerbetreibende ist der Zeitpunkt zum Handeln jetzt gekommen. Die derzeitige Konvergenz günstiger Faktoren schafft ein außergewöhnliches Zeitfenster für die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten unter optimalen wirtschaftlichen Bedingungen. Unternehmen, die diesen Übergang antizipieren, sichern schon heute ihre Mobilitätskosten, verbessern ihre CO2-Bilanz und positionieren sich angesichts künftiger gesetzlicher Auflagen günstig.
Montag bis Freitag von 9:00 bis 12:30 Uhr und von 14:00 bis 19:00 Uhr